Futtertiere

Gemischte Insekten, teils gefrostet, © Anke Dornbach
Gemischte Insekten, teils gefrostet, © Anke Dornbach

Zur Fütterung und Aufzucht von Jungvögeln eignen sich sowohl lebend gefangene als auch lebende oder gefrorene Insekten aus dem Handel.

Getrocknete Insekten sind hingegen ungeeignet.

Mit dem Fangen von Insekten wird man bald an seine Grenzen stoßen, wenn man vor hat, einen Jungvogel damit aufzuziehen, denn die Menge, die benötigt wird, ist weitaus größer als man denkt. Deswegen ist es ratsam, Futtertiere  im Onlinehandel zu bestellen und auf Vorrat einzufrieren, zum Beispiel bei Futter-Spatz oder Faunatopics. Gefrorene Futterinsekten erhält man beispielsweise auch bei FrostFutter oder MuchaTerra.

Wichtig: Es sollte stets eine Mischung aus etwa 5 verschiedenen Futtertieren gegeben werden, niemals nur eine Futtertierart.

Nicht alle Futtertiere sind zur Aufzucht von Jungvögeln geeignet und natürlich sind auch nicht alle Futtertiere gleichermaßen für alle Vogelarten geeignet. Wir möchten Ihnen deswegen im Folgenden einige Futtertiere vorstellen, die zur Jungvogelaufzucht geeignet und natürlich auch welche nicht geeignet sind.


Achtung:
Lebend gekaufte Futterinsekten besitzen wegen der oftmals langen Hungerperiode im Handel einen nur geringen Nährwert. Deshalb müssen Sie erst einige Tage lang zum Beispiel mit Möhrenscheiben, Löwenzahnblättern und Haferflocken gefüttert werden, bevor sie eingefroren werden oder als Lebendfutter verwendet werden können.

Die nachfolgend beschriebenen Insekten eignen sich hervorragend zur Fütterung von sehr jungen Nestlingen und auch älteren Jungvögeln:


Heimchen

Heimchen, © Dagmar Offermann
Heimchen, © Dagmar Offermann

Heimchen sind eine Grillenart. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich: klein, mittel und groß. Am häufigsten werden die mittelgroßen Heimchen verfüttert, sie haben eine Länge von etwa 1,5 bis 2,5 Zentimeter.  Die Heimchen sollten nach Möglichkeit subadult sein, das heißt, sie sollten keinen Legetachel und auch keine Flügel besitzen.

Man bezieht Heimchen lebend und friert sie nach ein paar Tagen Fütterung mit Löwenzahn, Gurke usw. mitsamt der Schachtel, in der sie geliefert oder gekauft wurden, ein. Kleinere Mengen dieser Futtertiere kann man in Zoofachgeschäften kaufen, allerdings sind sie dort weitaus teurer als beispielsweise bei einem Spezialversand.
Zum Auftauen gibt man die benötigte Anzahl an Insekten in eine kleine Schüssel, übergießt sie mit heißem Wasser und lässt sie darin etwa 3 Minuten stehen. Danach gießt man die aufgetauten Heimchen durch ein Sieb. Aufgetaute Heimchen sollten sofort verfüttert werden, da sie ausgesprochen schnell verderben! Haben sie sich bereits schwarz verfärbt, sind sie nicht mehr verwendbar. Verfüttern Sie also nur hell- bis mittelbraune Heimchen.

Man kann auch bereits gefrorene Heimchen im Onlinehandel  kaufen, was die Zeit der Anfütterung erspart. Sie werden ebenfalls pro Fütterungsration im gefrorenen Zustand in eine kleine Schüssel gegeben und mit kochendem Wasser übergossen. Anschließend kippt man sie in ein Sieb, lässt sie gut abtropfen und kann sie sofort verfüttern.

Vor dem Verfüttern werden die harten Hinterbeine der abgetöteten Heimchen entfernt.


Steppengrillen

Auch Steppengrillen gehören zu den Grillen, wie es der Name bereits vermuten lässt. Sie sind etwas größer als die größten Heimchen, also in etwa 2,5 bis drei Zentimeter lang. Für die Verarbeitung, Lagerung und das Verfüttern von Steppengrillen gelten dieselben Regeln wie für Heimchen. Steppengrillen eignen sich besonders gut als Futtertiere für Alpen- und Mauersegler, siehe auch unser Kapitel artgerechtes Futter für Segler.

Eine weitere Grillenart, die Zweifleckgrille wird von den meisten Wildvogelarten ebenfalls gut vertragen, nicht jedoch von Seglern, welche mit Durchfällen auf diese Grillenart reagieren.


Bienenlarven (Drohnenbrut)

Bienenlarven beziehungsweise Drohnenbrut, © Dagmar Offermann
Bienenlarven beziehungsweise Drohnenbrut, © Dagmar Offermann

Falls Sie Kontakt zu einem Imker haben, können Sie ihn nach Drohnenbrut (Bienenlarven) fragen. Allerdings sollte Drohnenbrut nicht in zu großen Mengen verfüttert werden, da sie sehr fetthaltig ist. Als erstes geeignetes Futter nach einem Jungvogelfund ist Drohnenbrut bestens geeignet.

Man legt die Waben über Nacht in den Gefrierschrank. Die eingefrorenen, harten Drohnen werden danach einzeln aus den Waben entnommen. Bitte achten Sie darauf, immer nur kleinere Wabenstücke aus dem Tiefkühlfach zu nehmen, damit nicht die eingefrorene Portion in der Zwischenzeit auftaut, was recht schnell geschieht. In aufgetautem Zustand sind die Bienenlarven matschig, das Wachs lässt sich nicht vollständig entfernen, infolgedessen sind sie als Futter unbrauchbar!

Trocknen von blanchierter Drohnenbrut, © Anke Dornbach
Trocknen von blanchierter Drohnenbrut, © Anke Dornbach

Die aus den Waben entnommenen Drohnen werden in einer Dose im Tiefkühlfach gesammelt, damit sie nicht auftauen. Hat man eine ausreichende Menge gepult und eingefroren, werden die noch gefrorenen Drohnen in kochendem Wasser drei Minuten blanchiert und anschließend mit eiskaltem Wasser in einem Sieb abgeschreckt. Damit man sie später einzeln verfüttern kann, ist es wichtig, sie vor dem erneuten Einfrieren zu trocknen. Dazu breitet man sie auf mehreren Lagen Küchenpapier aus und wartet, bis das Wasser vom Küchenpapier aufgesaugt wurde. Jetzt lassen sie sich gut zusammen einfrieren und können später einzeln entnommen werden. Um blanchierte Insekten möglichst lange haltbar zu machen, empfiehlt es sich, diese in Vakuum zu verpacken.
Drohnen sind in den Waben in unterschiedlichen Entwicklungsstadien und dadurch auch in unterschiedlichen Farben enthalten. Bereits weit entwickelte Bienen, die an ihrer dunklen Farbe und dem Körperbau erkennbar sind, können auch ohne vorheriges Blanchieren verfüttert werden. Besonders für Mauersegler sind diese eine willkommene Abwechslung. Hingegen sind die weißen, weichen Larven für sehr junge Nestlinge gut geeignet, am besten in schnabelgerechte Stücke zerkleinert.


Fliegen

Fliegen sind als Futterinsekten gut geeignet. Wer einen Stall in der Nähe hat, kann dort mit der Fliegenklatsche auf die Jagd gehen, oder man lockt Fliegen mit Süßem auf einem Teller an. Bunt schillernde Fliegen werden nicht so gut vertragen und sollten vermieden werden.

Man kann Fliegen auch selbst aus Fliegenmaden (Anglergeschäft) ziehen, das dauert aber etwa zwei Wochen, siehe Anleitung. Die gezüchteten Fliegen werden tiefgefroren und zum Verfüttern portionsweise aufgetaut. Oder aber man bietet sie lebend in einer Vogelbehausung aus Gaze an, wodurch insektenfressende Arten in der Ästlingsphase das selbstständige Erbeuten von Futtertieren trainieren können.

Ebenfalls geeignet sind Fruchtfliegen (Drosophila). Man kann sie bereits voll entwickelt oder als Zuchtansatz im Futtermittelhandel für Reptilien erwerben, auch online. Es gibt auch flugunfähige Zuchtformen der Fruchtfliege, welche gut geeignet sind, um das Erbeuten von Futtertieren zu erlernen.

Eine weitere Fliegenart, die zur Fütterung von Wildvögeln in Frage kommt, ist die Soldatenfliege (Hermetia), wobei besonders die Larven wegen ihrer weichen Konsistenz und des hohen Proteinanteils geeignet sind. Die entwickelten Fliegen können natürlich ebenfalls verfüttert werden.


Wachsmottenlarven/ Wachsraupen

Wachsraupen, © Anke Dornbach
Wachsraupen, © Anke Dornbach

Die Larven der Wachsmotte werden auch als Wachsraupen oder Wachswürmer bezeichnet. In freier Wildbahn sind sie sehr schädlich für Bienenvölker, da sie unter anderem die Waben in den Bienenstöcken anknabbern. Als Futter für Wildvögel sind sie allerdings sehr gut geeignet, da sie eine weiche Hülle besitzen und sehr nahrhaft sind. Allerdings enthalten sie auch einen hohen Fettanteil, weshalb sie nur als Zusatzfutter und in Maßen, vor allem für schwache oder mäkelige Vögel gegeben werden sollten. Genau wie Drohnenbrut sollten Wachsmottenlarven erst durch Tieffrieren über einige Stunden abgetötet werden, dann im gefrorenen Zustand für drei Minuten in kochendem Wasser blanchiert werden, auf ausgebreitetem Küchenpapier gut trocknen und anschließend wieder eingefroren werden. Da die Zucht dieser Larven sehr aufwendig ist, sind sie im Vergleich zu anderen käuflichen Insektenlarven relativ teuer.  

Für sehr junge Nestlinge schneidet man die aufgetaute Wachsraupe durch, drückt das weiche Innere heraus und füttert davon kleine Portionen mit der Pinzette. Die zähe Aussenhülle ist noch zu schwer verdaulich. Wegen des hohen Fettgehaltes bitte nicht zu viele davon geben. Für ältere Jungvögel werden wegen der Größe des Futtertiers ebenfalls nur kleine, schnabelgerechte Stücke verfüttert, im Ganzen sind Wachsraupen für die meisten Jungvögel zu groß.


Die nachfolgend beschriebenen Insekten eignen sich zusätzlich zu den oben genannten Insekten  zur Fütterung von Jungvögeln ab dem Zeitpunkt, in dem die Augen geöffnet sind :


Buffalowürmer

Buffalos, © Anke Dornbach
Buffalos, © Anke Dornbach

Diese Insekten, die gelegentlich auch Buffalos genannt werden, sind die Larven der Getreideschimmelkäfer. Sie sehen Mehlwürmern ähnlich, sind jedoch kleiner und haben einen weicheren, dadurch besser verträglichen Chitinpanzer. Man kann sie lebend und tiefgefroren kaufen.
Buffalowürmer bewahrt man idealerweise in einer glattwandigen Schale mit hohem Rand auf, aus der sie nicht entkommen können. Sie erhalten täglich Löwenzahn und Gemüsestückchen sowie Haferflocken als Nahrung.

Als Lebendfutter eignen sich Buffalos bei Ästlingen zum Erlernen des Beutefangs.


Ameiseneier

Diese kleinen „Proteinbomben“ sind ein hervorragendes Aufzuchtfutter. Achtung, einige Ameisenarten stehen in Deutschland unter Naturschutz und es ist deshalb verboten, ihre Eier draußen zu sammeln.


Raupen

Sie können selbst nach kleinen Raupen suchen, welche sich als Aufzuchtfutter ebenfalls hervorragend eignen. Allerdings sollten Sie nur glatthäutige Raupen ohne Haare und Dornen wählen und gelb, rot oder orange gefärbte Tiere meiden, da diese in aller Regel giftig sind oder im Rachen der Vögel zu schweren Schleimhautreizungen führen würden. Außerdem ist es sehr, sehr wichtig, dass man ausschließlich solche Raupen verfüttert, die auf ungiftigen Pflanzen sitzen. Andernfalls kann es bei den Jungvögeln zu tödlichen Vergiftungen kommen, weil sich das Gift der Pflanzen, welche die Raupen fressen, in den Insekten sammelt.

Achtung: Einige in Deutschland vorkommende Raupenarten stehen unter strengem Naturschutz, darunter beispielsweise die Raupen des Apollofalters. Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Wisia.de


Blattläuse

Blattläuse gehören in Gärten zu den meist nicht sehr gern gesehenen tierischen Bewohnern, © Gaby Schulemann-Maier
Blattläuse gehören in Gärten zu den meist nicht sehr gern gesehenen tierischen Bewohnern, © Gaby Schulemann-Maier

Diese Tierchen sind zwar recht klein, aber sie sind ein geeignetes Futter zur Aufzucht junger Vögel unterschiedlicher Arten. Blattläuse sind im Sommer an vielen Stellen in der Natur zu finden. Man kann sie auch selbst züchten, indem man beispielsweise Kräutertöpfe (Basilikum wird von grünen Blattläusen gern befallen) mit einigen Läusen aus der Natur besiedelt. Die Kräutertöpfe sollten in der Fensterbankkultur gepflegt werden, meist breiten sich die Blattläuse explosionsartig auf den Pflanzen aus und können problemlos „geerntet“ werden. Allerdings machen sie auch vor benachbarten Zimmerpflanzen nicht Halt.

Schwarze Blattläuse werden erfahrungsgemäß von den Vögeln nicht gern gefressen und genmieden. Besser sind also grüne Exemplare.


Fliegenmaden, tiefgefroren (Pinkies)

Fliegenmaden ("Pinkies") müssen für die Jungvogelaufzucht zunächst eingefroren, dann in kochendem Wasser blanchiert, auf Küchenpapier getrocknet und dann wieder eingefroren werden, © Anke Dornbach
Fliegenmaden („Pinkies“) müssen für die Jungvogelaufzucht zunächst eingefroren, dann in kochendem Wasser blanchiert, auf Küchenpapier getrocknet und dann wieder eingefroren werden, © Anke Dornbach

Im Insektenhandel kann man bereits fertig vorbereitete Maden im gefrorenen Zustand kaufen.
Wer lebende Maden hat, muss diese zunächst in einer Dose durch Tieffrieren abtöten und danach kurz in kochendes Wasser geben. In einem Sieb gießt man sie ab, lässt sie auf einem Tuch oder Küchenrolle trocknen und friert sie wieder ein. Der jeweilige Bedarf wird in warmem Wasser aufgetaut und verfüttert.

Fliegenmaden besitzen sie eine zähe Außenhülle, die für Nestlinge schwer oder gar nicht verdaut werden kann, so dass die Maden häufig unverdaut unter Mühen wieder ausgeschieden werden.

Sollen tiefgefrorene, blanchierte Pinkies an Nestlinge verfüttert werden, zum Beispiel zum Überbrücken, bis geeignetere Insekten beschafft werden können, so sollten sie in sehr kleine Stücke zerteilt werden. In gemahlenem Zustand können sie auch dem hier beschriebenen Insektenbrei beigemischt werden.
Ältere Jungvögel, die bereits selbstständig Nahrung aufnehmen, können neben anderen Insekten auch ganze Pinkies angeboten bekommen.

Achtung: Mitunter werden im Zoofachhandel unter dem Namen „Pinkies“ tote junge Mäuse angeboten. Diese sind nicht dazu geeignet, sie an junge Singvögel zu verfüttern!


Mehlkäferlarven/ Mehlwürmer

Mehlwürmer sind für einige Vögel im Winter ein gutes Futter, sie nehmen auch getrocknete Mehlwürmer gern an, © OakleyOriginals via Flickr
Mehlwürmer sind für einige Vögel im Winter ein gutes Futter, sie nehmen auch getrocknete Mehlwürmer gern an, © OakleyOriginals via Flickr

Zur Aufzucht von Nestlingen sind diese Tiere weniger geeignet, da auch sie, ähnlich wie Pinkies eine schwer verdauliche Hülle besitzen und obendrein relativ fetthaltig sind. Der Nährstoffgehalt von Mehlwürmern ist eher gering. Die alleinige Fütterung mit Mehlwürmern führt zu Mangelerscheinungen, Gefiederdefekten oder Verdauungsstörungen, um nur einige Folgen zu nennen. Am besten verwendet man für die Fütterung frisch gehäutete Larven, welche an ihrer weißen Farbe erkennbar sind.

Ältere Vögel können Mehlwürmer als Zusatzfutter erhalten, um das eigenständige Erbeuten von Futtertieren zu erlernen.
Man kann den Nährwert der Mehlwürmer aufbessern, indem man sie über mehrere Tage mit Haferflocken, frischem Löwenzahn und dünnen Karottenscheiben ernährt.


Die folgenden Futtertiere eignen sich zur Aufzucht von Jungvögeln nicht oder nur bedingt:


Fliegenmaden, lebend

Achtung, diese Insekten sind als Futtertiere absolut nicht geeignet! Zwar werden sie sogar manchmal von Tierärzten oder von Angestellten des Zoofachhandels als gesundes Futter für Jungvögel empfohlen, doch sie bergen eine sehr große Gefahr: Fliegenmaden sind permanent hungrig und widerstandsfähig. Im Körper eines Jungvogels sterben sie nicht besonders schnell und können sich auf ihrem Weg durch den Verdauungstrakt durch die Darmwand fressen. Der Jungvogel kommt dadurch zu Tode!


Regenwürmer

Zur Aufzucht der meisten Jungvögel sind Regenwürmer nicht geeignet, da sie überaus schwierig zu verdauen sind. Fast alle Singvogelarten bekommen von der Fütterung mit Regenwürmern massive Verdauungsbeschwerden und sterben in den meisten Fällen daran.

Ältere Drosseln, Stare und Rabenvögel, die bereits das selbstständige Erbeuten von Futtertieren lernen,  können zwar auch Regenwürmer bekommen, jedoch sind Regenwürmer als Zwischenwirte für Endoparasiten des Vogels bekannt, weshalb nach Möglichkeit gezüchtete Regenwürmer  im Fachhandel gekauft werden sollten und nicht in der Natur gesucht. Man kann sie problemlos in einem Behälter mit Blumenerde unterbringen und bei Bedarf heraus fangen.


Ameisen, Bienen, Wespen und Hummeln (Hautflügler)

Diese Insekten sind als erwachsene Tiere zur Jungvogelaufzucht nicht geeignet! Ihr Gift ist für die allermeisten jungen Vögel problematisch.

Lediglich Spechtarten, welche sich in freier Wildbahn überwiegend von Ameisen ernähren ( Grün-, Schwarz-, Grauspecht und Wendehals), können während der Aufzucht auch Ameisen bekommen. Sie sollten während der Ästlingsphase die Gelegenheit bekommen, selbstständig lebende Ameisen zu erbeuten.

Auch Asseln, Wanzen und Käfer sind zur Jungvogelaufzucht nicht geeignet.


Weitere Futtertiere für Nahrungsspezialisten sind


Futterfische

Moderlieschen, © Gaby Schulemann-Maier
Moderlieschen, © Gaby Schulemann-Maier

Hiermit sind kleine Süßwasserfische (drei bis fünf Zentimeter lang) gemeint, welche als Nahrung zum Beispiel für Eisvögel, Lappentaucher oder auch Möwen dienen.

Man erhält tief gefrorene Stinte in Zooabteilungen von Gartencentern, oder man kann sie auch bequem online bestellen und zu sich nach Hause liefern lassen (Bezugsquelle: Aquaristic.net). Gefrorene Stinte sind beispielsweise auch in italienischen Delikatessgeschäften, in zoologischen Einrichtungen und auf gut sortierten Wochenmärkten erhältlich. Achten Sie aber bitte darauf, dass wirklich Stinte verkauft werden und keine Salzwasserfische!

Je nach Vogelart und -größe bietet man die aufgetauten Futterfische entweder zerteilt oder im Ganzen an. Manche Vögel nehmen Fische nur an, wenn sie in einer Schale mit Wasser treibend gereicht werden. Vor allem Eisvögel verweigern häufig die Aufnahme toter Fische.

Auch junge Lappentaucher und andere Wasservögel benötigen zum Erlernen des Fischfangs unbedingt lebende Fische. Geeignet sind zum Beispiel kleine Moderlieschen (Leucaspius delineatus), Blaubandbärblinge (Pseudorasbora parva), Bachforellen (Salmo trutta fario) oder auch andere Süßwasserfische. Man bekommt diese unter anderem bei einem Teichbesitzer oder Fischzüchter (Gelbe Seiten). Lebende Fische kauft man am besten jeweils in kleinen Portionen beim Fischzüchter, da die Haltung im Aquarium nicht unproblematisch ist. Insbesondere Forellen sind äußerst empfindlich und ersticken, da sie spezielle Wasserzusammensetzungen benötigen. Fische, die anders als Forellen in stehenden Gewässern leben (z. B. Moderlieschen), können kurzfristig auch in einem Aquarium gehalten werden. Über die richtige Haltung von Fischen im Aquarium erkundigen Sie sich bitte in Zoogeschäften und auch bei Fischzüchtern.


Kleinsäuger und Eintagesküken

Tote Mäuse sind wichtige Futtertiere für Greifvögel und Eulen, © Bergische Greifvogelhilfe
Tote Mäuse sind wichtige Futtertiere für Rabenvögel, Greifvögel und Eulen, © Bergische Greifvogelhilfe

Zur Aufzucht von Greifvögeln und Eulen benötigt man erheblich größere Futtertiere als für die Aufzucht von anderen Singvögeln. Eulen und Greifvögel benötigen zum Heranwachsen beispielsweise Kleinsäuger wie Mäuse, vorübergehend kann man auch Eintagsküken verfüttern. Letztere sind jedoch deutlich weniger nahrhaft als beispielsweise Mäuse, weshalb diesen als Nahrung für Greifvögel und Eulen der Vorzug gegeben werden sollte. Da die artgerechte Fütterung dieser Fleisch fressenden Vögel ausgesprochen schwierig ist, sollte man die Aufzucht außerdem Experten überlassen. Hinzu kommt, dass diese Vogelgruppe sehr hohe Anforderungen an eine adäquate Unterbringung stellt.

Auch Rabenvögel bekommen während der Aufzucht tote Mäuse und Eintagsküken. Jungen Rabenvögeln gibt man kleinere gefrorene Babymäuse, ältere benötigen Futtertiere mit Fell oder Federn zur Gewöllebildung und Gewöhnung der Verdauung an tierisches Futter.


Rohes Fleisch

Rohes Fleisch von Säugetieren ist zur Aufzucht von Rabenvögeln geeignet, nicht jedoch für andere Vogelarten. Gut ist zum Beispiel reines Tatar vom Rind, also kein Hackfleisch!

Rohe, klein geschnittene Hühnerherzen, © Anke Dornbach
Rohe, klein geschnittene Hühnerherzen, © Anke Dornbach

Auch in Stücke geschnittene, rohe Hühnerherzen sind geeignetes Fleisch zur Rabenvogelaufzucht. Fleisch sollte jedoch niemals ausschließlich verfüttert werden! Man friert es am besten in kleinen Portionen ein, die man dann bei Bedarf auftaut und verfüttert. Selbstverständlich sollte das Fleisch frisch und ungewürzt sein.

Schon gewusst? Manche Menschen schreiben die Bezeichnung für das Schabefleisch falsch – sie schreiben Tartar. Da aber dasselbe gemeint ist, wollten wir es hier an dieser Stelle sicherheitshalber noch einmal erwähnen.