Nistgelegenheiten anbieten

Nisthilfe als Nistplatz für einen Freibrüter, © Schwegler
Nisthilfe als Nistplatz für einen Freibrüter, © Schwegler

Bevor Nisthilfen installiert werden, sollte man sich sich zunächst sorfältig überlegen, welche Vogelarten damit bevorzugt angesprochen werden sollen. Darüber hinaus spielt es eine entscheidende Rolle, wie die Umgebung beschaffen ist und welche Spezies darin generell zu erwarten sind. Wer mitten in der Stadt wohnt, wird zum Beispiel für gewöhnlich kaum Chancen darauf haben, Feldsperlinge anzulocken.

Gründliche Vorüberlegungen sind deshalb das A und O, um die eigenen Möglichkeiten sinnvoll auszuschöpfen und die im jeweiligen Umfeld vorkommenden Vogelarten gezielt ansprechen zu können. Für die verschiedenen Bedürfnisse der einzelnen Spezies gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Nistgelegenheiten. Neben einigen anderen Anbietern offeriert die Firma Schwegler ein reichhaltiges Sortiment an Nistkästen und -höhlen für verschiedene Vogelarten. Wir empfehlen einen virtuellen Rundgang durch den Onlineshop, um sich über die Angebote und Möglichkeiten zu informieren.

Der Markt bietet Nistkästen aus unterschiedlichen Materialien. Grundsätzlich sind unserer Erfahrung nach Nisthilfen aus Holzbeton oder Styroporbeton zu bevorzugen, da sie gegenüber Naturstammhöhlen oder Holznistkästen entscheidende Vorteile aufweisen: guter Verwitterungsschutz, angenehmes „Raumklima“ im Inneren und Schutz vor „Umbauarbeiten“ durch Spechte und Kleiber.

Gänzlich abzuraten ist davon, aus Metall gefertigte Nistkästen zu kaufen. Diese erhitzen sich im Inneren sehr stark, wenn Sonnenlicht auf sie fällt. In so manchem Metall-Nistkasten sind bereits Eier ausgetrocknet oder Küken qualvoll verendet, weil es erheblich zu heiß für sie war. Bedenken Sie bitte, wie schnell es in einem geparkten Auto extrem heiß wird – in Nistkästen aus Metall verhält es sich ähnlich und sie sind deshalb für Gelege und Jungtiere oft eine tödliche Falle.

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige artgerechte Nistkastentypen sowie Nisthöhlenmodelle exemplarisch vor. Viele dieser Nisthilfen sind im Internet in Online-Shops zu finden. Suchen Sie einfach nach „Nistkasten“ oder „Nistkästen“. Fälschlicherweise werden diese künstlichen Nistplätze für Vögel manchmal auch als Brutkästen bezeichnet, weil darin ja gebrütet wird. Nun ist es aber so, dass dieser Begriff anderweitig vergeben ist: für die durchsichtigen Aufbewahrungskästen für Neugeborene, die zu früh zur Welt gekommen sind. Es ist also so, dass ein Baby im Brutkasten liegt, nicht jedoch ein Nest mit Jungvöglen. Deshalb werden Sie im Internet auch nicht besonders leicht fündig, wenn Sie nach Brutkästen für Vögeln suchen.


Nistkästen für Höhlenbrüter

Kleiber verschließt zu viele Öffnungen am Kasten mit Lehm, © Anke Dornbach
Kleiber verschließt zu viele Öffnungen am Kasten mit Lehm, © Anke Dornbach

Ein geeigneter Kasten für Höhlen bewohnende beziehungsweise in Höhlen brütende kleinere Vogelarten, zu denen unter anderem die Meisen, Stare, Kleiber oder Eulen gehören, sieht folgendermaßen aus: Die Nisthilfe hat mindestens eine Einflugöffnung, besser jedoch mehrere. Drei vorhandene Öffnungen erhöhen die Helligkeit im Innern des Kastens, wodurch das Nest von den Vogeleltern nicht sehr hoch gebaut werden muss. Dadurch bietet sich im Innern der Nisthilfe mehr Platz für die Nestlinge. Außerdem bedeutet dies einen besseren Schutz vor Kälte und Fressfeinden. Manche Vögel, wie der Kleiber mögen jedoch lieber nur eine Öffnung an ihrer Bruthöhle. Kein Problem für sie, zu viele Öffnungen werden sorgfältig mit Lehm verschlossen.

Je nachdem, welche Vogelart in der Nisthöhle brüten soll, ist der Durchmesser des Einfluglochs gewählt. Stare benötigen beispielsweise sehr viel größere Eingänge als Meisen. Im Fachhandel gibt es entsprechende Nisthilfen, darunter auch welche für Baumläufer, die seitlich angeordnete und schräg nach oben verlaufende Eingänge bevorzugen.


Nistkästen für Halbhöhlenbrüter

Nisthilfe für Halbhöhlenbrüter, © Schwegler
Nisthilfe für Halbhöhlenbrüter, © Schwegler

Nicht ganz geschlossen, aber auch nicht ganz offen – so lautet für Halbhöhlenbrüter die Devise bei der Wahl ihres Nistplatzes. Im Fachhandel werden sogenannte Halbhöhlen angeboten, die kein Einflugloch aufweisen, sondern an der Vorderseite eine große Öffnung besitzen. Solche Nisthilfen sind für verschiedene Vogelarten attraktiv. Genutzt werden sie unter anderem von Hausrotschwanz, Bachstelze, Grauschnäpper, gelegentlich von Rotkehlchen und auch vom Zaunkönig.

Durch die große Öffnung sind die Jungtiere relativ stark exponiert und es besteht die Gefahr, dass sie von Fressfeinden wie Rabenvögeln, Hauskatzen oder Mardern erbeutet werden. Abhilfe schaffen ein geeigneter Anbringungsort, der von Feinden nicht erreicht werden kann. Ein Stück Maschendrahtzaun vor der Öffnung erfüllt den gleichen Zweck, wobei unbedingt zu beachten ist, dass die Maschenweite so groß sein sollte, dass die Vögel problemlos hindurchschlüpfen können.


Nistkörbe für große Freibrüter

Nistkörbe wie dieser eignen sich je nach Durchmesser für verschiedene Freibrüter, © Schwegler
Nistkörbe wie dieser eignen sich je nach Durchmesser für verschiedene Freibrüter, © Schwegler

Manche Vogelarten benötigen keine Höhlen zum Brüten, sondern stabile Plattformen, auf denen sie ihre großen Nester errichten können. Zu den Freibrütern, die teils sehr große Horste errichten, gehören unter anderem Weißstörche sowie einige Greifvogelarten. Diesen Tieren kann man staile Weidenkörbe als Nisthilfen anbieten. Man bringt sie an geeigneter Stelle, beispielsweise in einer Baumkrone, an. Dabei ist darauf zu achten, dass sie sehr fest fixiert werden, damit sie bei einem Sturm oder wenn mehrere Jungvögel darin herumturnen nicht auf den Boden stürzen können. In den Weidenkorb gibt man am besten eine dünne Schicht Rindenmulch. Die gefiederten Bewohner richten sich später mit einigen Ästen häuslich ein, bevor sie mit dem eigentlichen Brutgeschäft beginnen. Wird ein solcher Nistplatz einmal angenommen, ist es recht wahrscheinlich, dass er im folgenden Jahr vom selben Brutpaar wieder bezogen wird.


Turmfalken-Nisthilfen

Nisthöhle für Turmfalken, © Schwegler
Nisthöhle für Turmfalken, © Schwegler

Bei vielen Landwirten ist der Turmfalke ausgesprochen beliebt, da er sich bis zu 90 Prozent von Mäusen ernährt. Turmfalken sind überdies sehr ortstreu, das heißt, wenn sie erst einmal ein Nest bezogen haben, werden sie es jedes Jahr wieder nutzen. Auch für sie sind im Fachhandel spezielle Nistkästen verfügbar. Weil Turmfalken in der Vergangenheit wie die meisten anderen Vogelarten auch durch den Menschen ihres natürlichen Lebensraums beraubt wurden, ist es für sie von großer Wichtigkeit, auf Nisthilfen zurückgreifen zu können. Wer Turmfalken hilft, der greift damit einem Jäger helfend unter die Flügel, der in unserem Ökosystem eine wichtige Rolle spielt. Man kann mit wenig Aufwand übrigens auch selbst Nisthilfen für Turmfalken bauen. Auf der Internetseite des NABU gibt es eine entsprechende Anleitung: Der Turmfalken-Kasten – Spezialkasten für heimische Greifvögel.


Nisthilfen für Schwalben

Schwalbenhaus, © Jürgen Bunk
Schwalbenhaus, © Jürgen Bunk

Besonders schwierig ist auch die Lage für die drei in Deutschland vorkommenden Schwalbenarten (Ufer-, Rauch- und Mehlschwalbe). Sie alle sind auf eine intakte Umwelt angewiesen, um sich fortpflanzen zu können. Mehl- und Rauchschwalben benötigen zum Bau ihrer Nester Lehm, den sie aufgrund der zunehmenden Versiegelung von Böden nicht mehr finden. Uferschwalben brüten besonders gern an steilen, naturbelassenen Ufern, die sie in der Natur immer seltener finden. Je nachdem, welcher Schwalbenart man helfen möchte, gibt es unterschiedliche Nisthilfen. Der Fachhandel bietet spezielle besonders lange Brutröhren für Uferschwalben an, die auch Eisvögel ansprechen.

Sollen hingegen Rauch- und Mehlschwalben unterstützt werden, ist es zunächst einmal wichtig, den Vögeln Lehm oder Schlamm anzubieten, damit sie entweder selbst ihre Nester errichten oder die Nisthilfen nach ihren Vorstellungen ausbauen können. Spezielle napfförmige Nisthilfen für Schwalben sind im Fachhandel erhältlich. In manchen Orten sind in den vergangenen Jahren außerdem sogenannte Schwalbenhäuser aufgestellt worden, die als Siedlungen für Rauch- und Mehlschwalben gedacht sind. Was es mit diesen Häusern auf sich hat, kann unter anderem im entsprechenden Kapitel der Wikipedia nachgelesen werden. Dort gibt es einige weiterführende Links zu diesem interessanten Ansatz zum Vogelschutz, der hoffentlich in Zukunft von weiteren Städten und Gemeinden aufgegriffen wird.


Von Starennistkästen und Starenkästen …

Als kleine Anmerkung am Rande sei hier noch etwas zu Nistkästen für Staren vermerkt. Diese werden im Fachhandel angeboten und auch das Wildvogelhilfe-Team erhält hin und wieder Fragen dazu. Falls Sie solche Nisthilfen kaufen möchten, suchen Sie bitte nach Nisthilfen für Stare oder Starennistkästen, aber nicht nach Starenkästen. Diese gibt es zwar auch, aber ein Starenkasten ist das, was man auch als Blitzer bezeichnet. Also jene Kisten, die Radarmessgeräte enthalten, mit denen Temposünder auf Straßen überführt werden sollen. Benannt sind diese Starenkästen übrigens danach, dass sie in ihrem Aussehen tatsächlich ein wenig demjenigen der Nistkästen von Staren ähneln.