Artgerechte Futterauswahl für erwachsene Wildvögel

Futter für eine ganze Schar in Not geratener Wildvögel in einer Auffangstation, © Dagmar Offermann
Futter für eine ganze Schar in Not geratener Wildvögel in einer Auffangstation, © Dagmar Offermann

Bei uns in Deutschland sind bislang über 500 Vogelarten nachgewiesen worden, von denen etliche allerdings selten in Erscheinung treten oder nur gelegentlich bei uns zu finden sind. Trotzdem sind es weit über 200 Arten, denen man in der Natur vergleichsweise leicht begegnen kann – und diese Tiere haben alle jeweils arttypische Anforderungen an ihre Ernährung. Findet man einen in Not geratenen Altvogel, hängt die Wahl des richtigen Futters somit maßgeblich davon ab, welcher Art er angehört.

Glücklicherweise unterscheiden sich die Grundbedürfnisse nicht in jedem Fall stark, es gibt etliche heimische Vogelarten, die jeweils ähnliche Bedürfnisse hinsichtlich ihrer Nahrung haben. Deshalb lassen sie sich zu Gruppen zusammenfassen, die in diesem Kapitel vorgestellt werden.

Wärme und artgerechtes Futter sind für diesen geschwächten erwachsenen Kranich jetzt besonders wichtig, © Ingrid Roeschke
Wärme und Nahrung sind für diesen geschwächten erwachsenen Kranich jetzt besonders wichtig, wobei das Taubenfutter lediglich eine Notlösung darstellt, denn eigentlich benötigen Kraniche anderes Futter. © Ingrid Roeschke

Bitte lesen Sie diese Informationen sorgfältig, denn wer in Not geratenen erwachsenen (und auch jungen) Wildvögeln in menschlicher Obhut die falsche Nahrung anbietet, riskiert schwere weitere Gesundheitsschäden oder gar den Tod der gefiederten Schützlinge. Es kann beispielsweise geschehen, dass die Tiere verhungern, obwohl sie vor einem aus menschlicher Sicht prall gefüllten Futternapf sitzen. Wird einem Vogel das falsche Futter vorgesetzt, wühlt er oft lediglich mit dem Schnabel im Napf, frisst aber meist nichts von der angebotenen Ration. Genaues Beobachten des Fressverhaltens ist somit wichtig.

Folgende Beschreibungen finden Sie in den angegliederten Kapiteln:

Spritze mit aufgestecktem Silikonschlauch, © Anke Dornbach
Spritze mit aufgestecktem Silikonschlauch, © Anke Dornbach

Verweigert der Vogel das eigenständige Fressen – sei es auch Angst oder vor Schwäche – so muss er zwangsgefüttert werden. Hierbei sollte sehr behutsam vorgegangen werden, damit sich der Vogel nicht verschluckt.

Je nach Vogelart können ganze, leicht angefeuchtete Futtertiere (je nach Vogelart Insekten, kleine Fische, Babymäuse,…) mit dem Kopf voran tief in den Schnabel geschoben werden.
Geschwächte Tauben kann man mit einer Spritze mit aufgestecktem Silikonschlauch Brei ( am besten Handaufzuchtbrei Nutribird oder etwas Ähnliches) in den Kropf geben. Auf die gleiche Weise kann Insekten fressenden Vogelarten Insektenbrei, den wir hier beschrieben haben, eingegeben werden.
Rabenvögeln oder auch Möwen kann mit Hilfe einer Spritze mit Silikonschlauch auch ein gut verträgliches, sehr fein püriertes Katzenfutter namens hill’s a/d (beim Tierarzt erhältlich) eingegeben werden.