Abschließende Gedanken zum Thema Stadttauben

Beitrag von Anke Dornbach, Team Wildvogelhilfe

Tauben sind aus unseren Städten nicht mehr wegzudenken. Wie traurig und trostlos wäre die Vorstellung eines sterilen Markplatzes ohne die munteren, am Boden emsig pickenden Mitbewohner? Doch warum gibt es unter uns so viele Mitmenschen, die diese harmlosen und friedlichen Vögel zum Beispiel als „Ratten der Lüfte“ bezeichnen und keinerlei Achtung vor ihnen haben?

Sicher tragen vor allem stereotype Hetzkampagnen gegen Stadttauben in den Medien und von Herstellern von Vergrämungsmaßnahmen nicht dazu bei, die bestehenden Vorurteile abzubauen.

Tauben aufzuschrecken, ist für viele Kinder ein beliebter Zeitvertreib, unter dem die Tiere leiden, © JoaquinAranoa / Pixabay
Tauben aufzuschrecken, ist für viele Kinder ein beliebter Zeitvertreib, unter dem die Tiere leiden, © JoaquinAranoa / Pixabay

Vielleicht ist es unbewusst die häufige Position der Taube – zu Füßen des Menschen -, die dazu beiträgt, dass dieser sie so oft und ohne Skrupel mit ebendiesen tritt? Dass Kinder Lebewesen gefunden haben, die kleiner und wehrloser sind als sie selbst und die niemand in Schutz vor ihnen nimmt, sodass sie fröhlich und mit Duldung der Eltern in eine nach Futter suchende Taubenschar hineinrennen und sich daran erfreuen, wenn die Vögel vor ihnen erschrecken und auffliegen? Gleiches gilt sicher auch für Erwachsene, die sonst niemanden haben, der unter ihnen steht und an dem sie „Macht“ und niedere Instinkte ausleben können …

Stadttauben sind ihrem Partner sehr verbunden und treu, © Aysin Matthiesen
Stadttauben sind ihrem Partner sehr verbunden und treu, © Aysin Matthiesen

Ist es vielleicht die graue Farbe, der aus menschlicher Sicht oft unangenehme Gesang, der den Straßentauben weniger Sympathien entgegenbringt als beispielsweise ein singendes Rotkehlchen?

Setzen Sie sich doch einfach einmal auf eine Bank und beobachten Sie dabei die umherlaufenden und fliegenden Tauben in ihrer Umgebung. Vielleicht sehen Sie Stadttauben irgendwann ja mit anderen Augen – nämlich als das, was sie wirklich sind.

Die Schlussworte möchte ich an dieser Stelle nun Paula, der kleinen Großstadttaube, überlassen. Sie finden im angegliederten Kapitel einige Comics über diese clevere fiktive Taube.

Danksagung: Unser Dank gilt der Bundesarbeitsgruppe Stadttauben für die Bereitstellung des Informationsmaterials und dem Verein Tierbefreiungsoffensive Saar e. V., der uns freundlicherweise die Paula-Comics zur Verfügung stellte.


Links zum Thema Stadttauben