Mobile Taubenschläge in Containern (Taubenlofts)

Die Suche nach Räumlichkeiten für betreute Taubenschläge kann sich in manchen Städten und Kommunen als schwierig erweisen. Um eine eventuellen Kündigung der betreuten Schläge in privaten Gebäuden zu vermeiden, ist es ratsam, die entsprechende Behörde nach leer stehenden Räumen an geeigneten Stellen zu fragen. Sinnvoll sind Räume in oder auch mobile Häuschen auf öffentlichen Gebäuden oder an zugewiesenen Stellen.

Die Firma ContainerBasis baut deshalb ausrangierte Schiffscontainer zu mobilen Taubenschlägen (Taubenlofts) um, welche dann an vereinbarten Stellen aufgestellt werden können. Eine Baugenehmigung ist dafür nicht erforderlich.
Nähere Informationen dazu sind in diesem Link zu finden.

Ein Mitarbeiter der Firma hat uns freundlicherweise einen Beitrag zum Thema Stadttauben zur Verfügung gestellt.


Betreute Taubenschläge in Städten und Kommunen

Beitrag von Dr. Harald Stephan

Von Dorftauben redet niemand – warum sind dann Stadttauben ein Problem? Auf dem Land gehören die Vögel zum alltäglichen Bild, nur in der Stadt irritiert so viel Natur. Wie ungewohnt. Da hat man Angst vor aufgescheuchten Fluggeschwadern, Taubendreck und Krankheiten; vor allem aber vor Kontrollverlust, Unordnung und Schmutz in der sonst so wohlgeordneten urbanen Umgebung mit ihren sauberen Fassaden und gepflegten Schottergärten.

Die besten Mittel gegen derlei Ängste und mangelnde Akzeptanz sind Aufklärung und Beteiligung der Bevölkerung sowie Kontrolle der Taubenpopulation. Hier stehen Kommunen und Tierschutzorganisationen in der Pflicht: Sie müssen Rahmenbedingungen schaffen, um eine taubengerechte Unterbringung und Versorgung zu ermöglichen und die Taubenbestände tierfreundlich zu kontrollieren. Das ist erforderlich, wenn man die Stadtmenschen aufklären und in gemeinsame Projekte einbinden möchte; bei verdreckten Fassaden und riesigen Taubenschwärmen würde ein solches Ansinnen bestenfalls Skepsis und Kopfschütteln hervorrufen. Gesunde Tauben und zufriedene Menschen – wie das zusammen machbar ist wollen wir hier zeigen.

Lokal betreute Tauben lassen sich besser kontrollieren

Wie im Beitrag über Betreute Taubenschläge beschrieben haben spezielle Unterkünfte den Vorteil, dass sich die Tauben nicht über die ganze Stadt verteilen, sondern an überwachten Stellen konzentrieren. Die Vögel bevorzugen Orte, wo sie Wasser, Futter und Platz zum Nisten und Ausruhen bekommen. Dieses betreute All-inclusive ist natürlich nicht ganz uneigennützig: Der Taubenkot landet nicht mehr dort, wo er nicht hin gehört und lässt sich leichter entfernen; zudem kann man die Population durch Ei-Attrappen schonend regulieren, auf ihren Gesundheitszustand überprüfen und gegebenenfalls medizinisch behandeln. Ganz ohne Tierquälerei und mit vergleichsweise geringem Aufwand.

Solche kontrollierten Taubenunterkünfte sind umso attraktiver, je weniger Platz- und Nahrungsalternativen von diesem Angebot ablenken. Kommunen sollten sich daher darum kümmern, dass Hohlräume in Gebäuden für den Nestbau unzugänglich gemacht werden und unkontrollierte Fütterungen unterbleiben.

In Anbetracht knappen Personals wäre eine möglichst effektive und zeitsparende Versorgung der Tiere wünschenswert. Eine besonders praktikable Lösung: Die Firma Elbtainer bietet taubengerecht ausgebaute Überseecontainer an, die man kaufen oder probehalber mieten kann – in unterschiedlichen Größen und Ausstattungen, leicht zu reinigen und praktisch wartungsfrei. Für ein solches Taubenloft braucht man keine Baugenehmigung, und das Format lässt sich mit weiteren Containern beliebig skalieren oder umgestalten. Die Behausungen sind ausgesprochen langlebig; die Unkosten lassen sich mit Werbung auf den Außenflächen senken.

Akzeptanz braucht Aufklärung

Kann eine Kommune oder Tierschutzorganisation sichtbare Erfolge wie kontrollierte, gesunde Taubenpopulationen und saubere Fassaden vorweisen, so ist das eine gute Grundlage für die Öffentlichkeitsarbeit. Die ist bereits im Vorfeld solcher Anstrengungen möglich, indem man die Bürger*innen bei der Wahl des Standortes und der Gestaltung von Projekten für mehr Taubenwohl einbindet, statt sich in mehr oder weniger erfolgreichen Nacht-und-Nebel-Aktionen zu verlieren. Anwohner haben oft nicht nur gute Ideen, sie kennen ihre nähere Umgebung und spezielle Befindlichkeiten besser als jeder kommunale Beamte, der seine Entscheidung vom Schreibtisch aus trifft, häufig ohne Kenntnis der Verhältnisse vor Ort.

Thema Transparenz: Denkbar sind beispielsweise Informationsveranstaltungen in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen oder Workshops. Nicht nur Schüler*innen, auch älteren Semestern ist oft nicht klar, dass sich die Stadttauben aus Brieftauben und Zuchtbeständen entwickelt haben, dass erst das Fehlen natürlicher Feinde die starke Vermehrung in der Stadt fördert oder wie sich die Tiere im urbanen Umfeld verhalten. Solche Informationen sind wichtig, um vor allem junge Menschen für die Problematik zu sensibilisieren und falsche Vorstellungen wie die vom Krankheitsüberträger zu korrigieren.

Das Vertrauen der Bürger*innen wächst, wenn Erfolge, aber auch Probleme offen kommuniziert und diskutiert werden – nicht nur sporadisch, sondern kontinuierlich. Mit Informationen in Presse, Print und Social Media werden viele Menschen überhaupt erst auf das Geschehen aufmerksam und sind dann eher bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Dabei ist es hilfreich, wenn qualifizierte Mitarbeiter von Hochschulen die wichtigsten Populationsdaten wie Bestandsentwicklung und Taubengesundheit wissenschaftlich korrekt erfassen und dabei helfen, positive Entwicklungen publikumsgerecht zu präsentieren.

Es gibt nur Gewinner!

Bei solchen Unternehmungen geht es letztlich nicht nur um die Tauben alleine – sind die Menschen durch eine solche Zusammenarbeit erst einmal für das Management dieser Tiere sensibilisiert, fällt ihre Einbindung in andere Maßnahmen zum Umweltschutz deutlich leichter, etwa wenn es um Naturschutzprojekte oder die Erhaltung der Biodiversität in urbanen Lebensräumen geht. Letzten Endes bieten gut betreute, transparente Kampagnen eine echte Win-win-Situation sowohl für die Kommunen, Tierschutzorganisationen und Bürger*innen – und nicht zuletzt natürlich auch für die Stadttauben selbst.