Nisthilfen für Mauersegler

Ein Mauersegler sucht in einem Giebel nach einer Nische zum Brüten, © Gaby Schulemann-Maier
Ein Mauersegler sucht in einem Giebel nach einer Nische zum Brüten, © Gaby Schulemann-Maier

Sie gehören zur Weltelite der Dauerflieger und sind ausgesprochen effiziente Fluginsektenjäger: die Mauersegler. Nur etwa von Anfang Mai bis Ende Juli sind sie in Mitteleuropa anzutreffen, sie kommen lediglich zum Brüten hierher. Den Winter verbringen sie in Afrika. In unseren Breiten nimmt die Zahl dieser faszinierenden Vögel, die sogar fliegend hoch am Himmel schlafen, leider langsam ab. Die Mauersegler finden hierzulande zusehends weniger adäquate Nistgelegenheiten. Einst schlossen sie sich dem Menschen an und entdeckten seine Gebäude für sich als ideale Plätze, um in Ritzen und Spalten ihre Nester zu bauen. Seit jedoch besonders energiesparend gebaut wird, machen wir Menschen unsere Häuser nicht nur dicht gegen Kälte, sondern ungewollt auch gegen Mauersegler.

Wer sein Haus gern gut isoliert mag, den Meistern der Lüfte aber trotzdem helfen möchte, dem stehen mehrere Möglichkeiten offen. Guter Wille und entsprechender Einsatz allein genügen bedauerlicherweise dennoch nicht, um Mauersegler anzusiedeln. Da es sich um Koloniebrüter handelt, ist es hilfreich, künstliche Nistgelegenheiten in der Nähe bereits bestehender Brutkolonien anzulegen. Die Chance, dass die „Sozialwohnungen“ von den Vögeln angenommen werden, steigen dadurch immens. Um dem Bedürfnis der Vögel nach der Nähe ihrer Artgenossen gerecht zu werden, reicht es außerdem nicht aus, nur einen Nistkasten aufzuhängen. Es sollte schon eine kleine „Reihenhaussiedlung“ sein, um die gefiederten Flugkünstler zufrieden zu stellen.


Nistkästen zum Anbringen an Fassaden und Dachbalken

Mauersegler-Nisthilfe zum Anbringen an Fassaden oder Balken, © Schwegler
Mauersegler-Nisthilfe zum Anbringen an Fassaden oder Balken, © Schwegler

Falls sich ein Wohnhaus in der Nähe einer Mauerseglerkolonie befindet, ist es ratsam, Einbaunistkästen anzubringen. Hierbei gilt: je höher, desto besser. Mauersegler lieben luftige Höhen, weshalb in nur zwei bis drei Metern Höhe angebotene Nistkästen auf wenig Akzeptanz bei den Vögeln stoßen. In Gefahr begeben sollte man sich beim Installieren der Nisthilfen aber nicht. Man sollte stets eine gut abgesicherte Leiter oder noch besser eine hebbare Plattform verwenden, um sich der Stelle zu nähern, an der man die Nistkästen anbringen möchte. In manchen Kommunen hilft die Feuerwehr gegen ein geringes Entgelt oder sogar kostenlos.

Zum Anbringen an Hausfassaden eignen sich fertige Nistkästen, die man unter anderem im Online-Shop der Firma Schwegler bestellen kann. Diese Nistkästen sind so konzipiert, dass man sie mit wenigen Handgriffen an einem Dachbalken festschrauben kann. Mehrere solcher Kästen nebeneinander angebracht, bilden eine perfekte „Reihenhaussiedlung“ für wohnungssuchende Mauersegler. Außerdem gibt es im Fachhandel auch große Gemeinschaftsnistkästen, die ebenfalls relativ leicht angebracht werden können.


Einbau-Nistkästen für Neubauten oder für zu sanierende Häuser

Keilnistkästen für Mauersegler eignen sich zum Einbau in Fassaden, © Schwegler
Keilnistkästen für Mauersegler eignen sich zum Einbau in Fassaden, © Schwegler

Bei der Planung eines Neubaus in der Nähe einer Mauerseglerkolonie stellt die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Vögel keine besonders große Mühe dar. Der Fachhandel bietet verschiedene Nistkastenmodelle an, die man in eine Wand fest einmauern kann. So lässt sich beim Errichten des Eigenheims gleich auch noch sozialer Wohnungsbau für Mauersegler betreiben.

Bei der Sanierung bestehender Gebäude kann ebenfalls an Mauersegler und Co. gedacht werden. Es ist relativ einfach, die Bedürfnisse der Vögel mit einzuplanen, wenn ohnehin an den Häusern gearbeitet wird. Der Landesbund für Vogelschutz (LBZ) hält auf seiner Website einen informativen Download zum Thema Haussanierung bereit, der sich ganz unten auf der Mauersegler-Infoseite findet und der über die Möglichkeiten einer vogelfreundlichen Haussanierung bieten.


Bauanleitungen für Mauersegler-Nistkästen

Wem derlei „Fertighäuser“ zu teuer sind, der kann mit ein wenig handwerklichem Geschick selbst Nisthöhlen aus Holz bauen. Hierbei sollte die Grundfläche einer künstlichen Kinderstube für Mauersegler mindestens 300 mm x 120 mm betragen, die Höhe im Inneren sollte sich zumindest auf 80 mm belaufen. Den Einschlupf sollte man nicht mittig einbauen, sondern unbedingt seitlich versetzt, damit die Altvögel nicht gleich auf ihre Nachkommen stapfen, wenn sie den Nistkasten betreten. Etwa 60 mm x 30 mm sollte das Einschlupfloch groß sein, um Mauerseglern ungehinderten Zutritt zu ihrem Nest zu gewähren. Dieser Spalt sollte so gebaut werden, dass er breiter als hoch ist, also waagerecht verläuft.

Bauanleitungen für Mauersegler-Nistkästen finden Sie zum Beispiel hier:


Mauerseglerbruten und die Hygiene am Haus

Reihenhaussiedlung für Mauersegler - auch hygienisch ist das kein Problem, © Schwegler
Reihenhaussiedlung für Mauersegler – auch hygienisch ist das kein Problem, © Schwegler

Da Mauersegler sehr reinliche Vögel sind, hat man keinen Dreck zu befürchten. Auch die von den Tieren ausgehende Lautstärke hält sich in erfreulich geringen Grenzen, die Vögel sind vergleichsweise ruhige Zeitgenossen. Sogar die Bettelschreie der Küken sind angenehm leise.

Gegen andere Vogelarten, die ebenfalls in Höhlen brüten, muss man die Nistkästen nicht verteidigen. Mauersegler sind recht wehrhaft, wenn es um einen geeigneten Nistplatz geht. Sollte sich einmal ein anderer Vogel in einen seiner Ansicht nach heimeligen Mauersegler-Nistkasten wagen, wird der Eindringling kurzerhand energisch verjagt. Somit brauchen sich die Menschen, die den Mauerseglern Nistplätze anbieten, um nichts weiter zu kümmern.


Mauersegler-Rufe als Hilfe für die Ansiedlung

Mauersegler-Nest in einer Nisthilfe, © Schwegler
Mauersegler-Nest in einer Nisthilfe, © Schwegler

Weil Mauersegler in Kolonien brüten, reagieren sie meist positiv darauf, wenn sie die Rufe ihrer Artgenossen hören. Beim Ansiedeln von Mauerseglern in neu installierten Nistkästen kann es deshalb hilfreich sein, den Vögeln entsprechende Rufe vorzuspielen. Es gibt eine CD oder einen MP3-Download namens „Mauersegler gezielt ansiedeln“ beim Musikverlag Edition Ample. Am besten spielt man bereits etwa ab Ende April die Rufe draußen ab, damit die aus dem Winterquartier zurückkehrenden Vögel sie hören können. Dadurch lässt sich die Chance steigern, dass die Mauersegler die Nisthilfen annehmen.