Volieren zur dauerhaften Unterbringung nicht auswilderbarer Wildvögel

Beitrag von Team Wildvogelhilfe

Wichtiger Hinweis: 
Die dauerhafte Haltung einheimischer Wildvögel der besonders und streng geschützten Arten bedarf der Genehmigung durch die zuständige Untere Naturschutzbehörde!
Artgerecht eingerichtete Voliere für nicht mehr auswilderbare Wildvögel,© Anke Dornbach
Artgerecht eingerichtete Voliere für nicht mehr auswilderbare Wildvögel,© Anke Dornbach

Volieren zur permanenten Unterbringung von Wildvögeln, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgewildert werden können, bedürfen in einigen Bundesländern einer Gehegegenehmigung sowie bei entsprechender Größe zusätzlich einer Baugenehmigung. Bitte erkundigen Sie sich deshalb vor dem Bau bei den zuständigen Behörden nach den entsprechenden Vorschriften. Solche Volieren müssen gewisse Mindestmaße aufweisen, die der Vogelart entsprechen, die darin gehalten werden soll. Darüber hinaus müssen diese Volieren den artspezifischen Besonderheiten der Tiere gerecht werden. Außerdem dürfen nicht beliebig viele Vögel in einer Voliere zusammen gehalten werden, eine Überbelegung sollte möglichst vermieden werden.

Bei der Einrichtung und Ausstattung Ihrer Voliere können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen, nur sollten Sie die Bedürfnisse der Bewohner kennen und auch in jedem Fall berücksichtigen.

Für nicht mehr oder nur noch eingeschränkt flugfähige Vögel sind Sitzmöglichkeiten in geringer Höhe anzubringen, damit sich die Tiere nicht nur am Boden aufhalten müssen. Man kann diese Sitzgelegenheiten aus Baumstämmen und Ästen in entsprechender Dicke leicht herstellen. Auch schräg angebrachte Naturäste und Felsstücke erfüllen diesen Zweck. Es ist zu verhindern, dass sich Vögel mit Gefiederstörungen auf hohe Äste setzen können, da sie sich sonst beim Herunterspringen verletzen können oder die gerade nachwachsenden Federn wieder abbrechen können.

Behinderte Wildvögel, die in einer Voliere gehalten werden müssen, sollten nach Möglichkeit nicht alleine darin untergebracht werden, sondern mit Artgenossen oder Vertretern von Vogelarten mit ähnlichen Bedürfnissen. Hierbei ist jedoch dringend darauf zu achten, dass sich die Vogelarten vertragen und sich nicht gegenseitig jagen oder verletzten. So sollten selbstverständlich Vögel, die in der Natur als Beute für andere Arten dienen, nicht mit diesen gemeinsam in einer Voliere gehalten werden. Aus diesem Grund sind beispielsweise Rabenvögel getrennt von kleineren Singvogelarten zu halten. Es gibt zudem Spezies, die grundsätzlich Einzelgänger sind. Meist sind dies Vögel, die in der Natur ein großes Revier für sich beanspruchen und etwaige Rivalen vehement aus diesem vertreiben. Als Beispiel seien an dieser Stelle Spechte genannt.

Am Fuß behinderte Wacholderdrossel als Dauerpflegling in einer Voliere, © Anke Dornbach
Am Fuß behinderte Wacholderdrossel als Dauerpflegling in einer Voliere, © Anke Dornbach

Probleme bereiten mehrere männliche Amseln und Drosseln, die in derselben Voliere während der Brutzeit untergebracht werden. In freier Natur würden sie eigene Reviere besetzen und sich aus dem Weg gehen, was in der Voliere nicht möglich ist. Es kann deshalb zu schlimmen Kämpfen untereinander kommen, die nicht selten zu schweren Verletzungen führen. Männliche Sperlinge und Männchen einiger anderer Arten können zur Brutzeit ebenfalls aufeinander losgehen und sich gegenseitig verletzen. Vor allem im Frühling und Sommer ist deshalb besondere Vorsicht beim Vergesellschaften der Tiere geboten.

Aus den zuvor genannten Gründen ist es ratsam, die Voliere bei Bedarf abtrennen zu können, um aggressive Individuen einzeln halten zu können, zumindest während der Zeit der Revierkämpfe.