Unterbringung älterer Jungvögel

Ein Nestersatz in einer faltbaren Hundebox, © Monika Löffler-Friedrich
Ein Nestersatz in einer faltbaren Hundebox, © Monika Löffler-Friedrich

Jungvögel, die in etwa so alt sind, dass sie in freier Natur das Nest gerade verlassen würden, werden in einem nicht zu kleinen Vogelkäfig mit geringem Gitterabstand oder besser in einem sogenannten Flexarium untergebracht; Flexarien sind im Zoofachhandel erhältlich. Ein Bällehaus (Bällebad) oder eine faltbare Hundettransportbox leisten ebenfalls gute Dienste. Auch ein zerlegbares Kinderreisebett, welches von oben mit einem Tuch gesichert wird, kann verwendet werden.

Manchmal schlafen soeben flügge gewordene Jungvögel nachts noch im Nest, hüpfen aber tagsüber schon ein wenig außerhalb herum. In einem solchen Fall stellt man das Nest mit in die Behausung, damit die Vögel nicht entwischen können, aber nachts einen angenehmen Schlafplatz vorfinden.

Eine Unterbringung in handelsüblichen Vogelkäfigen kann problematisch sein. Manche Jungvögel, die bereits etwas größer sind, versuchen mit dem Schnabel durch das Käfiggitter zu schlüpfen, wobei sie sich im schlimmsten Fall die empfindliche Wachshaut (Haut an der Nase) verletzen. Hier helfen zurecht geschnittene Streifen aus Pappe oder besser aus durchsichtiger Fensterfolie, welche mit Klebstreifen von innen am Gitter befestigt werden. Man deckt den Käfig von oben und an den Seiten mit einem hellen Tuch ab, damit sie sich verstecken können und in ihrer Behausung sicher fühlen.

Etwas ältere junge Segler und Schwalben werden in einer Box mit weicher Unterlage untergebracht, keinesfalls in einem Käfig, dessen Gitterstäbe die zarten Federn der Zugvögel zerstören könnten. Lesen Sie hier mehr über die Unterbringung junger Mauersegler und erfahren Sie hier mehr über die Unterbringung junger Schwalben.

Junge Meisen und einige andere empfindliche Insektenfresserarten brauchen in der Nestlingsphase konstante Wärme, auch wenn sie schon voll befiedert sind. Auch beim Übergang zur Ästlingsphase muss stets eine Wärmequelle angeboten werden, bis der Vogel diese von selbst nicht mehr aufsucht.
Während der ersten zwei Lebenswochen ist daher die Unterbringung in einer Wärmebox ideal, danach bietet man eine warme Ecke in der Behausung an, die die Meisen aufsuchen können, um sich zu wärmen. Hierfür wird eine Wärmeplatte (Snuggle Safe) oder eine Wärmflasche in ein dünnes Tuch gewickelt und darüber eine Art Halbhöhle angebracht, die aus einem zusammen gerollten Handtuch bestehen kann.