Spechte und Kleiber werden selbstständig

Klettern, picken und hämmern - dieser Fertigkeiten müssen Spechte wie dieser Buntspecht für den Nahrungserwerb beherrschen, © Gaby Schulemann-Maier
Klettern, picken und hämmern – dieser Fertigkeiten müssen Spechte wie dieser Buntspecht für den Nahrungserwerb beherrschen, © Gaby Schulemann-Maier

In Deutschland kommen mehrere Vertreter der Familie der Spechte (Piciformes) sowie ein Mitglied der Familie der Kleiber (Sittidae) vor. Diese Vögel, die in der folgenden Liste genannt werden, haben ähnliche Ansprüche an das Erlernen des selbstständigen Nahrungserwerbs:

  • Kleiber
  • Buntspecht
  • Dreizehenspecht
  • Grauspecht
  • Grünspecht
  • Kleinspecht
  • Mittelspecht
  • Schwarzspecht
  • Weißrückenspecht
  • Wendehals
In Korkeichenrinde "versteckte" Insekten animieren junge Spechte dazu, in der Rinde nach Insekten zu suchen, © Anke Dornbach
In Korkeichenrinde „versteckte“ Insekten animieren junge Spechte dazu, in der Rinde nach Insekten zu suchen, © Anke Dornbach

Spechte, die in Menschenobhut auf die Auswilderung vorbereitet werden, brauchen eine möglichst geräumige Behausung, welche mit vielen Baum- und Rindenstücken ausgestattet wird, an denen sie entlang klettern können. Ähnliches gilt auch für Kleiber.

Spechte hämmern und klopfen den ganzen Tag an allem herum, was ihnen vor den Schnabel gerät. Sie in einem Käfig zu halten, ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Die Behausung sollte so groß wie möglich sein und mit mehreren schräg und senkrecht gestellten Baumstücken ausgestattet werden, an denen die Spechte klettern und darauf herumklopfen können. Auch Kleiber wissen solche Äste und Rindenstücke in ihrer Unterbringung sehr zu schätzen.

Bald ist der Kleiber bereit für die Auswilderung, er übt das Klettern an im Käfig angebrachter Baumrinde, © Anke Dornbach
Bald ist der Kleiber bereit für die Auswilderung, er übt das Klettern an im Käfig angebrachter Baumrinde, © Anke Dornbach

Das Futter – Insekten, klein geschnittene Früchte, Insektenfutter, gehackte Nüsse – wird in stabilen Hängenäpfen angeboten. Um Kleibern und Spechten beizubringen, wo und wie sie später ihre Nahrung finden, kann man mit einer Bohrmaschine Löcher in die Baumstücke bohren und dort Futtertiere hineinlegen. Besonders gut eignet sich für diesen Zweck auch Korkeichenrinde (Bezugsquellen sind beispielsweise Der Futter-Spatz, FutterKonzept oder Kork-deko.de). Diese hat eine stark zerfurchte Oberfläche, in welcher sich Futterbröckchen hervorragend verstecken lassen. Allerdings hält die weiche Korkeichenrinde den Schnabelhieben von Spechten und der Bearbeitung durch Kleiberschnäbel meist nicht allzu lange stand.

Einige Spechtarten suchen ihre Nahrung später weniger durch Beklopfen von Baumrinde, sondern picken und wühlen am Boden vor allem nach Ameisen. Hierzu zählen der Grünspecht, der Grauspecht und der Wendehals. Der Schwarzspecht sucht sowohl an Bäumen nach versteckten Insekten als auch am Boden nach Ameisen. Um diese Art der Nahrungssuche zu trainieren, ist es sinnvoll, im Garten eine Stelle zu suchen, wo sich viele Ameisen aufhalten und den Vogel zeitweise dort mit einem übergestülpten Käfigoberteil nach den Insekten picken zu lassen. Das Käfigoberteil dient dabei als Schutz vor Fressfeinden wie Hauskatzen.

Hinweis: Bitte vergessen Sie auch nicht, den Vögeln eine Badegelegenheit anzubieten. Warum das sehr wichtig ist, können Sie im übergeordneten Kapitel Der Weg zur Selbstständigkeit nachlesen.